Illustration zeigt den Prozess der Erstellung eines barrierefreien E-Books mit Symbolen für Scanner, Dokumente, Computer, Smartphone und Icons für Suchfunktion und Barrierefreiheit

Barrierefreies E-Book erstellen: Schritt für Schritt aus Word und InDesign

Gastbeitrag von Mira D’Souza, Gründerin von Doccessible, Expertin für barrierefreie Dokumente und E‑Books im EPUB3‑Format:

E‑Books barrierefrei zu erstellen, das klingt erstmal nach viel Aufwand. Muss es aber nicht sein, wenn man von Anfang an die richtigen Schritte geht. In diesem Artikel zeige ich, wie ihr aus einem Word‑Dokument oder einer InDesign‑Datei ein barrierefreies E‑Book im EPUB 3.3 Format erstellt. EPUB 3.3 ist das aktuelle Format für digitale Bücher, kurz gesagt, das Format, in dem moderne E‑Books erstellt und gelesen werden. Wichtig zu wissen: Es ist keine völlig neue EPUB-Version, sondern eine Weiterentwicklung der EPUB-3-Spezifikation.

Allgemeine Informationen zu E‑Books

Was ist ein E‑Book und wer liest es?

Ein E‑Book ist eine digitale Publikation, die auf verschiedenen Geräten gelesen werden kann. Zum Beispiel auf E‑Book‑Readern wie Tolino oder Kindle, auf Tablets, Smartphones oder am Computer. Ich persönlich bevorzuge Thorium, da es mit seinen umfassenden Barrierefreiheitsfunktionen – etwa Screenreader‑Unterstützung, Vorlesefunktion und vielfältigen Anpassungsmöglichkeiten der Darstellung – besonders zugänglich ist.

Die gängigen Formate für E‑Books sind EPUB 3.3, PDF und das ältere EPUB 2. EPUB 3.3 ist der aktuelle Standard und bietet die besten Voraussetzungen für Barrierefreiheit.

E‑Books werden von einem breiten Publikum gelesen. Von Menschen, die gerne unterwegs lesen, von Menschen mit Sehbehinderungen, die Screenreader oder Vergrößerungssoftware nutzen, von Menschen mit Leseschwäche oder kognitiven Einschränkungen sowie von Menschen, die Schriftgröße, Kontrast oder Schriftart individuell anpassen möchten. Barrierefreie E‑Books kommen also wirklich allen Lesenden zugute, und nicht nur einer bestimmten Gruppe.

Warum barrierefreies EPUB 3.3?

Es gibt E‑Books, die als barrierefrei aufbereitetes PDF veröffentlicht werden. Das ist grundsätzlich möglich. PDF hat aber im Vergleich zu EPUB 3.3 einige Nachteile für Lesende. Sie haben zum Beispiel kein Reflow, kaum Möglichkeiten zur Personalisierung sowie schlechtere Navigation. EPUB 3.3 wurde von Anfang an mit Barrierefreiheit als Kernanforderung entwickelt und ist daher für die meisten E‑Books die bessere Wahl.

Anbei ein Hinweis: Verlage und Anbieter digitaler Publikationen sind durch den European Accessibility Act (EAA) und das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) verpflichtet, barrierefreie E‑Books anzubieten.

Wann ist ein E‑Book das richtige Format?

Ein E‑Book ist besonders geeignet für Romane und andere textlastige Bücher, Lehr- und Schulbücher sowie für Zeitungen und ähnliche regelmäßig erscheinende Publikationen in vereinfachter, artikelbasierter digitaler Form. Da sich diese Inhalte gut im flexiblen Reflow‑Format darstellen lassen. Dabei passen sie sich automatisch an unterschiedliche Bildschirmgrößen und Lesegeräte an, während komplexe Printlayouts in der Regel nicht übernommen werden. Ergänzend eignen sich E-Books auch für Sachbücher, Handbücher und wissenschaftliche Publikationen, bei denen Text im Vordergrund steht und eine strukturierte, aber nicht komplexe Layoutdarstellung ausreicht.

Das solltet ihr vorher beachten

Einfache Struktur ist der Schlüssel

Bevor es an die Erstellung geht, ein wichtiger Hinweis: EPUB 3.3 eignet sich am besten für Bücher mit einfacher, klarer Struktur. Das heißt, keine Spalten, kein komplexes mehrseitiges Layout, keine komplizierten Textrahmen‑Konstruktionen. Je einfacher das Layout, desto besser das Ergebnis nach der Konvertierung. Komplexe Layouts aus InDesign lassen sich, wenn überhaupt, nur mit erheblichem Nachbearbeitungsaufwand in ein sauberes EPUB 3.3 überführen.

Warum kein komplexes Layout? EPUB 3.3 basiert auf einem flexiblen Reflow‑Prinzip, bei dem sich Inhalte automatisch an unterschiedliche Bildschirmgrößen und Schriftgrößen anpassen. Dadurch entsteht kein festes Seitenlayout wie im Druck, sondern ein dynamischer Umbruch im Lesegerät. Je komplexer das Ausgangslayout, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit von Darstellungsproblemen oder Informationsverlust im EPUB.

Struktur eines E‑Book

Die Struktur eines E‑Books orientiert sich am Aufbau eines gedruckten Buches. Sie besteht typischerweise aus folgenden Elementen:

Das Cover ist das erste, was Lesende sehen, der visuelle Einstieg ins Buch. Die Titelseite enthält Titel, Untertitel und den Namen der Autorin oder des Autors.

Dass Titel und Autor nach dem Cover erneut erscheinen, ist beabsichtigt. Das Cover dient als grafische Buchvorderseite, während das nachfolgende Titelblatt die barrierefreie, semantisch strukturierte Darstellung derselben Informationen für Navigation, Screenreader und Metadaten bereitstellt.

Das Impressum beinhaltet rechtliche Informationen wie Verlag, ISBN und Copyright. Das Inhaltsverzeichnis (TOC) ermöglicht die direkte Navigation zu Kapiteln und Abschnitten. Ein optionales Vorwort leitet inhaltlich ins Thema ein. Die einzelnen Kapitel bilden den Hauptteil des Buches. Optionale Anhänge wie Glossar, Index oder Literaturverzeichnis runden das Werk ab.

Bilder und Grafiken

Bevor ihr das Dokument konvertiert, sollten alle Bilder und Grafiken vorbereitet sein:

Auflösung:

Für E‑Books reichen 72 bis 96 PPI (Pixel per Inch). Höhere Auflösungen erhöhen die Dateigröße unnötig.

Größe:

Bilder sollten nicht breiter als 1200 Pixel sein, damit sie auf allen Geräten gut dargestellt werden.

Format:

JPG für Fotos, PNG für Grafiken mit transparentem Hintergrund oder scharfen Kanten.

Alternativtexte:

Jedes inhaltlich relevante Bild braucht einen kontextbezogenen Alternativtext. Maximal 200 bis 250 Zeichen. Inhaltlich nicht relevante Elemente als dekorativ markieren.

Farbkontraste:

Grafiken mit Text oder relevanten Farbinformationen müssen ausreichende Kontraste aufweisen.

Tools für die Bearbeitung von Bilder und Grafiken:

Zu den einfachsten und unkompliziertesten Werkzeugen zur Bearbeitung von Bildern und Grafiken (z.B. Größenanpassung, Auflösung und einfache Pixelbearbeitung) gehören Microsoft Paint, Photopea sowie die jeweils integrierten Bildbearbeitungsfunktionen von Windows und macOS. Wer mehr Funktionen benötigt oder bereits Erfahrung mit Bildbearbeitung hat, kann auf Programme wie Adobe Photoshop oder Affinity Photo zurückgreifen.

Cover

Jedes E‑Book braucht ein Cover. Das Cover ist das erste, was Lesende sehen, wie bei einem gedruckten Buch. Es besteht aus einem zum Thema passenden Hintergrundbild, einer Illustration oder auch Typografie. Das Cover enthält den Titel, Untertitel und den Namen des Autors beziehungsweise der Autorin.

Hier ein paar praktische Hinweise für die Erstellung des Covers:

  • Empfohlene Größe: 1600 × 2400 Pixel (Hochformat, Verhältnis 2:3).
  • Format: JPG oder PNG.
  • Tools zur Erstellung: Canva (einsteigerfreundlich, kostenlos nutzbar), Venngage, Adobe Express oder Photoshop für professionelle Gestaltung.
  • Das Cover sollte den Titel und den Autorennamen klar lesbar zeigen, auch in kleiner Darstellung.
  • Ausreichende Farbkontraste zwischen Text und Hintergrund sind beim Cover besonders wichtig. Darauf achten, dass der Titel und Hintergrund auch bei unterschiedlichen Farbeinstellungen durch Lesende (Darkmodus etc.) noch sichtbar und lesbar sind.
  • Das Cover muss mit einem Alternativtext versehen werden, der Titel und Autorennamen enthält, damit es für alle Lesenden barrierefrei zugänglich ist.

Barrierefreies EPUB 3.3 aus Microsoft Word erstellen

Schritt 1: Erstelle dein barrierefreies Dokument in Word

Das Ergebnis ist nur so gut wie das Ausgangsdokument. Ein sauber aufgebautes, barrierefreies Word‑Dokument ist die beste Grundlage für ein barrierefreies EPUB 3.3.

Das bedeutet konkret:

  • Einfache, klare, semantische Struktur.
  • Überschriften mit Formatvorlagen auszeichnen (Überschrift 1, Überschrift 2 bis Überschrift 6) – nicht nur optisch formatieren.
  • Fließtext immer als „Standard“ formatieren.
  • Für Endnoten und Fußnoten die entsprechenden Word‑Funktionen verwenden.
  • Listen als echte Listen erstellen – nicht mit manuellen Einrückungen oder Bindestrichen.
  • Tabellen einfach und übersichtlich strukturieren sowie Kopfzeile und/oder erste Spalte als Überschrift festlegen – Tabellen nicht als Bild einfügen.
  • Webadressen als aussagekräftige Hyperlinks einfügen statt als ausgeschriebene URL. In E‑Books können Lesende diese Links direkt aktivieren.
  • Keine Leerzeilen für Abstände – Abstände über Absatzformate einstellen.
  • Auf ausreichende Farbkontraste achten – Farbe nicht als einziges Merkmal zur Vermittlung von Informationen verwenden.
  • Bilder direkt im Text platzieren – nicht in Textfeldern.
  • Alternativtexte für alle inhaltlich relevanten Bilder vergeben.
  • Keine Spalten oder komplexe Textrahmen.
  • Dokumentsprache korrekt einstellen.

Für weitere Tipps und Anleitungen zur Erstellung barrierefreier Word‑Dokumente lohnt sich ein Blick auf den YouTube‑Kanal von Manuela Gloor sowie in meinen Blogbeiträge auf Doccessible.

Schritt 2: Barrierefreiheit überprüfen

Nachdem du das Dokument erstellt hast, nutze den integrierten Barrierefreiheits‑Checker von Word (Überprüfen > Barrierefreiheit prüfen), um mögliche Barrieren zu identifizieren. Der Checker erkennt häufige Probleme, beispielsweise fehlende Alternativtexte oder unzureichend strukturierte Inhalte. Wichtig ist, dass die angezeigten Fehler und Warnungen tatsächlich behoben werden. Beachte dabei, dass der Checker nicht alle Barrieren findet. Eine zusätzliche manuelle Prüfung ist immer sinnvoll.

Schritt 3: Konvertierung mit WordToEPUB

Das DAISY Consortium bietet mit WordToEPUB ein kostenloses Tool, das sehr treffsicher aus einem barrierefrei aufgebauten Dokument ein EPUB 3.3 erstellt.

Es handelt sich dabei um ein Plugin. Dieses funktioniert mit Microsoft Word, Google Docs (als .docx exportiert), LibreOffice Writer und Apple Pages. Die beste Erfahrung macht ihr mit Microsoft Word. Denn WordToEPUB wurde speziell für Microsoft Word entwickelt und kann die in Word vorhandenen Formatvorlagen, Dokumentstrukturen und Metadaten direkt auswerten. Dadurch gelingt die EPUB‑Erstellung deutlich zuverlässiger und mit weniger Nacharbeit als aus Google Docs oder LibreOffice Writer.

WordToEPUB kann kostenlos auf der Website des DAISY Consortium heruntergeladen werden.

So funktioniert die Konvertierung – Schritt für Schritt:

  1. WordToEPUB herunterladen und installieren: org/activities/software/wordtoepub
  2. Das barrierefreie Dokument in Word öffnen.
  3. In der Registerkarte den Button „WordToEPUB“ klicken.
  4. Dateiname und Speicherort bestätigen und auf OK klicken – fertig. Das EPUB ist erstellt.
  5. Für mehr Kontrolle den „Advanced“‑Modus nutzen: Dort können Cover‑Bild, Sprache, Metadaten, Seitenzahlen und mehr eingestellt werden. Wichtig ist bei den Metadaten den Titel und Autorennamen einzupflegen.

Das Ergebnis ist ein EPUB 3.3, das bereits viele Barrierefreiheitsanforderungen erfüllt, vorausgesetzt, das Ausgangsdokument war sauber aufgebaut. WordToEPUB ist mit EPUBCheck, Ace by DAISY und dem Thorium Reader kompatibel, sodass ihr das Ergebnis direkt prüfen und lesen könnt. Und denkt daran: Je besser das Ausgangsdokument, desto weniger Nachbearbeitungsaufwand entsteht.

Ergänzung: Cover (Advanced Mode)

Im Advanced‑Modus kann auch das Cover des E‑Books festgelegt werden. Ohne eigenes Cover setzen viele Reader automatisch ein generisches Standardbild. Deshalb sollte immer ein eigenes Cover erstellt werden.

WordToEPUB bietet dafür mehrere Optionen:
  • Cover aus der ersten Word‑Seite
  • Auswahl eines Bildes aus dem Dokument
  • Verwendung eines eigens erstellten Covers als externe Bilddatei (JPG/PNG, ideal ca. 1600 × 2400 px)
  • automatische Cover‑Generierung aus Titel und Autor über einen Cover‑Designer (inkl. Hintergrund, Farben, Schrift und Layout)

Das Cover kann entweder nur in den Metadaten hinterlegt oder zusätzlich als erste Seite im EPUB 3.3 angezeigt werden. Wichtig ist außerdem, dass Alt‑Texte für das Cover hinterlegt werden, damit es barrierefrei bleibt.

Ein EPUB 3.3 aus einem barrierefreien Word‑Dokument zu erstellen ist dank WordToEPUB einfach und das kann wirklich jeder. Wie schon mehrmals im Artikel erwähnt, ist die wichtigste Voraussetzung ein sauber aufgebautes, barrierefreies Word‑Dokument. Wenn ihr darauf achtet, braucht es dank WordToEPUB meist nur wenig oder sogar gar keine Nachbearbeitung. Behaltet im Kopf: weniger ist mehr! Also lieber auf kompliziertes Layout verzichten und stattdessen auf klare, einfache Struktur setzen.

Schritt für Schritt: Barrierefreies EPUB 3.3 aus InDesign erstellen

Schritt 1: Barrierefreies InDesign‑Dokument als Ausgangspunkt

Auch hier gilt: Das Ausgangsdokument entscheidet über die Qualität des EPUB 3.3. Ein sauber aufgebautes InDesign‑Dokument macht die Nachbearbeitung deutlich einfacher.

  • Absatz‑ und Zeichenformate konsequent verwenden und mit Export‑Tags versehen (Fenster > Formatvorlagen > Absatzformate > rechte Maustaste > Format bearbeiten > Export‑Tags).
  • Überschriftenhierarchie korrekt anwenden (H1, H2, H3 bis H6) und nicht nur visuell formatieren.
  • Echte Listenfunktionen verwenden (Aufzählung/Nummerierung), keine manuellen Listen mit Bindestrichen oder Tabs.
  • Lesereihenfolge über das Artikelbedienfeld festlegen (Fenster > Artikel). Lesereihenfolge zusätzlich visuell im Layout prüfen (nicht nur im Artikelbedienfeld).
  • Bilder mit Alternativtexten versehen (Objekt > Objektexportoptionen > Alternativtext).
  • Aussagekräftige Linktexte verwenden (keine generischen Formulierungen wie „hier klicken“).
  • Keine Spalten für fließenden Text, der im EPUB linear gelesen werden soll.
  • Ganze Sätze und Absätze in einem Textrahmen, nicht einen Satz auf mehrere Textrahmen verteilen.
  • Farbe nicht als einziges Mittel zur Informationsvermittlung nutzen. Ausreichenden Kontrast zwischen Text und Hintergrund sicherstellen.
  • Dokumentsprache korrekt einstellen.
  • Empfohlene Version: InDesign 19.3 oder höher für optimale Barrierefreiheitsunterstützung.

Detaillierte Tipps und Anleitungen zur Erstellung barrierefreier InDesign‑Dokumente finden sich im YouTube‑Kanal von Manuela Gloor.

Schritt 2: Export als EPUB 3.3

So exportiert ihr aus InDesign ein EPUB 3.0. Eine explizite Option für EPUB 3.3 gibt es nicht.

  • Datei > Exportieren > EPUB „Umfließbar“ wählen.
  • EPUB‑Version auf „EPUB 3.0“ setzen.
  • Allgemein:
    • Cover‑Bild (Deckblatt) hinzufügen → Bild auswählen, Alternativtext für Cover hinzufügen.
    • Lesereihenfolge: „Aus dem Artikelbedienfeld ableiten“ aktivieren.
    • Dokument teilen (Information, dass jedes Kapitel in einer neuen Seite anfangen soll) → „Basierend auf Absatzformat-Exporttags“.
  • Text: definieren wo Fußnoten auftauchen sollen → „am Ende des Abschnitts“ oder „nach Absatz“
  • Objekte:
    • CSS-Größe auf „Relativ zum Textfluss“ setzen (für flexible Darstellung im EPUB 3.3).
    • Layout: zentrieren
    • Abstand vor und nach definieren
  • HTML & CSS: Häkchen setzen bei „CSS generieren“; keinen Haken bei „lokale Abweichungen beibehalten“ setzen; „einbettbare Schriftarten“ (optional) eher vermeiden
  • Metadaten: Titel und Autor eintragen.
  • Exportieren und das EPUB speichern.

Wichtig: Der Export aus InDesign liefert eine gute Grundlage, aber es ist immer eine manuelle Nachbearbeitung notwendig. Je komplexer das Layout, desto mehr Aufwand entsteht bei der Nachbearbeitung.

Nachbearbeitung: Selbst machen oder Experten dazuholen?

Nach der Konvertierung ist eine manuelle Prüfung und Nachbearbeitung des EPUB 3.3 notwendig. Je nach Komplexität des Dokuments kann das von wenigen Handgriffen bis zu einem erheblichen Aufwand reichen. Wer HTML und CSS kennt, kann die Nachbearbeitung in einem EPUB‑Editor wie Sigil selbst durchführen. Wer dabei unsicher ist oder Unterstützung braucht, ist bei Doccessible genau richtig. Ich helfe gerne weiter.

Tools zum Testen und Prüfen

  • EPUB Checker: Prüft das EPUB auf technische Fehler und Konformität mit dem EPUB‑Standard. Kostenlos und unverzichtbar.
  • Ace by DAISY: Prüft das EPUB auf Barrierefreiheit nach EPUB Accessibility 1.1 und WCAG 2.2 AA. Erstellt einen detaillierten Prüfbericht. Kostenlos.
  • PAC Checker 2026: Für PDFs – prüft auf PDF/UA‑Konformität. Kostenlos.
  • Thorium Reader: Kostenloser E‑Book‑Reader für Windows und Mac, gut für manuelle Tests mit Screenreader NVDA.
  • EPUB Accessibility 1.1: Die offizielle Spezifikation als Referenz für barrierefreie EPUB‑Standards.

Fazit

Ein barrierefreies EPUB 3.3 entsteht nicht zufällig. Es fängt beim Originaldokument an, ganz gleich ob Word oder InDesign. Wer von Anfang an sauber strukturiert, Formatvorlagen konsequent verwendet und Bilder korrekt vorbereitet, legt die Grundlage für ein EPUB 3.3, das wirklich für alle funktioniert.

Die Konvertierung selbst – mit WordToEPUB oder dem InDesign‑Export – ist nur ein Schritt. Die manuelle Prüfung und Nachbearbeitung gehört immer dazu. Wer dabei unsicher ist, holt sich am besten Unterstützung von jemandem mit Erfahrung in barrierefreier Aufbereitung von E‑Books (EPUB 3.3).

Dieser Beitrag wurde von Mira D’Souza, Gründerin von Doccessible, verfasst. Doccessible unterstützt Organisationen und Unternehmen bei der Erstellung barrierefreier Dokumente und E‑Books im EPUB3‑Format gemäß EPUB Accessibility 1.1 sowie den Anforderungen von WCAG, PDF/UA und dem European Accessibility Act (EAA/BFSG).